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Musikinstrumentenbau und Musizieren mit Vätern und Großvätern

DSC 0043 freiDer Evangelische Kindergarten Löwenzahn in Dautphetal-Mornshausen beteiligte sich mit zwei Vater-Kind-Projekten bei MiKitas. Im Herbst 2011 hatte es eine Reihe „Forschen und Experimentieren“ gegeben und im Februar 2013 lud Kita-Leiterin Ute Saßmannshausen zu einem Musikinstrumentenbau-Workshop ein. Es kamen zahlreiche Väter und Großväter, um gemeinsam mit den Kindern Trommeln und Saitentamburine zu bauen. Der Workshop wurde von Bernd Schlaudt, einem Instrumentenbauer und Musikpädagogen, geleitet. Christian Urbanik und Monika Bender von MiKitas sprachen im Juni 2013 mit Ute Saßmannshausen.

 

 

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Gespräch mit Ute Saßmannshausen

Frau Saßmannshausen, was war Ihre Motivation, bei „Mehr Männer in Kitas“ mitzumachen?

Wir haben einen männlichen Mitarbeiter (einen Heilerziehungspfleger) im Team. Daher stellt sich für uns die Frage: Wie arbeiten Männer und Frauen in der Kita zusammen? Durch die Teilnahme bei MiKitas wollten wir das Thema vertiefen. Außerdem war die finanzielle Unterstützung von Vater-Kind-Projekten ein Anreiz für uns.

Wie sind Sie auf die Idee zum Kita-Projekt „Musikinstrumentenbau und Musizieren“ gekommen?

Unser erstes Projekt „Forschen und Experimentieren“ lag sozusagen auf der Hand. Wir hatten bereits zuvor am „Haus der kleinen Forscher“ teilgenommen. Forschen ist eine Grundhaltung in unserer Kita und interessiert Väter mehr als Mütter.
Das zweite Projekt „Musikinstrumentenbau und Musizieren“ bot eine schöne Verbindung von handwerklichen und musischen Fähigkeiten. Der Bau der Trommeln und Tamburine war eine einmalige Aktion, aber mit der Nutzung der selbstgemachten Instrumente lebt das Projekt weiter. Die Kinder können sich Musikinstrumente ausleihen und mit nach Hause nehmen. Außerdem werden sie in den Morgenkreisen zum gemeinsamen Musizieren genutzt.

Wie läuft die Arbeit mit Müttern und Vätern bei Ihnen?

Da gibt es eine gute Entwicklung. Wir stellen fest, dass sich die Haltung geändert hat. Bei Elternabenden kommen in der Regel beide Elternteile. Gerade neue Eltern fragen nach Möglichkeiten sich einzubringen. Generell investieren Väter mehr in die Familie als noch vor einigen Jahren. Da knüpfen wir an und entwickeln interessante Angebote für Väter. Wenn man Väter und Großväter begeistern will, ist es wichtig, dass sie ihre Hobbys und Interessen einbringen können. Das sind dann eher männertypische Angebote. Geschlechtsuntypische Angebote haben wir bis jetzt nicht. Im Moment halten wir es für besser, die Männer da abzuholen, wo wir sie vermuten. Die Arbeit mit Vätern und deren Vernetzung ist noch im Aufbau. Später können auch andere neue Wege beschritten werden.

Reagieren Jungs und Mädchen unterschiedlich auf Männer im Kita-Alltag?

Die beiden Vater-Kind-Aktionen wurden von Mädchen und Jungen gleich gut angenommen. Aber insgesamt kann man sagen, dass auf dem Land die Geschlechterrollen noch recht traditionell sind. Es kommt vor, dass der Sohn in der Puppenecke für Irritationen sorgt und es kommt vor, dass Mädchen durch „feine“ Kleidung in ihren Aktionsmöglichkeiten begrenzt sind. Deutlich werden die traditionellen Rollenvorstellungen auch bei den Anmeldungen für den Waldkindergarten: Anfangs waren 18 Jungs und zwei Mädchen angemeldet, jetzt sind es 16 Jungs und vier Mädchen. Der Elternwunsch zeigt die Tendenz: Mädchen ins Haus, Jungs in den Wald. Da ist mehr Off enheit unser Ziel und wir müssen das Gespräch mit den Eltern suchen.

Sind Kitas, in denen aktive Väterarbeit betrieben wird, für junge Männer als Berufsfeld interessanter?

Schwer zu sagen – ich denke, dass es ein langer Weg sein wird, mehr Männer für den Beruf Erzieher zu begeistern.
Wir haben immer wieder Jungs bei uns in der Kita. Zum Beispiel beim letzten Boys‘Day. Da waren vier Jungs da. Fast immer macht es den Jungs viel Spaß. Aber zur Erzieher-Ausbildung hat sich bisher keiner entschlossen. Gerade im ländlichen Bereich sind Vorurteile weit verbreitet.

Was hat Mikitas Ihnen gebracht?

Die Themen „Gender“ und „mehr Vielfalt“ wurden im Team neu angestoßen. Die Arbeit mit Vätern hat mehr Schwung bekommen. Mittlerweile schätzen alle im Team den guten Kontakt mit den Vätern, die bei Väteraktionen dabei waren. Der kollegiale Austausch und die Netzwerktreffen mit Melitta Walter und Brigitta Kreß waren spannend und anregend. Die finanzielle Unterstützung von MiKitas hat die beiden Vater-Kind-Aktionen ermöglicht.

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