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Vater-Kind-Wochenende: Kanufahren auf der Lahn

KORA 080 DSC 7927Die Evangelische Kita Erlöserkirchengemeinde Bad Homburg arbeitete als eine von zwei Kitas aus dem Dekanat Hochtaunus bei MiKitas mit. An einem Wochenende im Juni (22.06. – 23.06.2013) führte die Kita ihr zweites Kita-Projekt mit Unterstützung von MiKitas durch. Es handelte sich dabei um eine Vater-Kind-Aktion: Kanufahren auf der Lahn. Organisiert wurde die gelungene Aktion von Paul Effertz (Erzieher) und vom Väterstammtisch. Am Samstag, den 22.06. waren Monika Bender von MiKitas und der Fotograf Kolja Raschke an die Lahn gereist und erwarteten die Kanus an der Anlegestelle. Monika Bender sprach mit Vätern, Kindern und Erziehern. Nachfolgend der Bericht!

 

An der Anlegestelle

Samstag, 22. Juni, Campingplatz Gräveneck, 15:40 Uhr: Das erste Kanu legte an! Es war eines von 17 Booten, die mit 34 Kindern, 23 Vätern und zwei Erziehern an Bord an den Start gegangen waren. Die jüngsten Kinder waren zweieinhalb Jahre alt, die ältesten zwölf. Die Tour hatte gegen 13:00 Uhr mit der Fahrt durch den Schiffahrtstunnel in Weilburg begonnen. Das letzte Boot sollte erst Stunden später ankommen…

Eine Bootsfahrt, die ist lustig!

Väter und Kinder hatten viel Spaß bei der Tour. Das Durchfahren des Schifffahrttunnels war ein kleines Abenteuer und die drei Schleusen eine Herausforderung. Schön war es, gemächlich auf dem Wasser durch die schöne Natur zu paddeln. Ganz ohne Muskelkraft ging es aber nicht. Das Dranhängen an andere Boote wurde zwar zum Spaß versucht, war aber keine Lösung! Auch wenn die Tour kein Kanurennen war, kam doch bei einigen Kindern der Wettbewerbsgedanke auf. Wer würde wohl als erster in Gräveneck sein?

Pleiten, Pech und Pannen

Nicht lange nach dem „Siegerboot“ kamen nach und nach auch alle anderen Boote an. Genauer gesagt fast alle! Wo war das 17. Kanu? Wie sich später herausstellte, hatte ein Kanu die Schleuse in Kirschhofen verpasst. Die Kanuten mussten gegen die Strömung zurück Richtung Wehr rudern. Dann kam da noch diese Pippipause... Ein Vater hatte beim Anlegen den Schuh in der Lahn verloren und musste danauch tauchen. Sehr zur Belustigung der Kinder!

Und die Mütter?

Bei der Vorbereitung der Tour und beim Packen waren die Mütter sehr aktiv. Sind auch die richtigen Sachen eingepackt? Haben Mann und Kind alles, was sie brauchen? Aber dann überließen die Frauen vertrauensvoll den Vätern die weitere Regie. Sie freuten sich über ein Wochenende, an dem sie mal richtig viel Zeit für sich hatten. „Nicht nur die Mütter, auch die Kollegen bei der Arbeit finden es cool“, so ein Vater zur Außenwirkung der Kanutour.

Der Abend auf dem Tippi-Zeltplatz

Auf dem Tippizeltplatz „Grube Schottenbach“ bauten Väter und Kinder die Zelte für die Nacht auf. Es wurde ein langer Abend mit den Papas am Lagerfeuer. Mit Gitarre, Liedern und und lecker Essen verging die Zeit wie im Flug. Am Sonntag ging es weiter per Kanu nach Aumenau. Einige Väter sind sogar noch eine Station weiter, bis Vilmar gerudert. Am Ende waren sich alle einig: Es war ein unvergessliches Erlebnis!

Bildergalerie

 

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Gespräch mit Paul Effertz

Herr Effertz, was war Ihre Motivation, bei „Mehr Männer in Kitas“ mitzumachen?

Wir gehören zu den eher seltenen Kitas mit einem gemischten Team. Wir sind der Meinung, dass gemischte Teams eine gute Sache sind. Aktuell habe ich noch einen männlichen Kollegen. Es könnten gerne noch mehr sein! Für die Jungen und Mädchen ist es wichtig, von Anfang an weibliche und männliche Vorbilder zu haben. Auch die Väterarbeit bekommt durch männliche Ansprechpartner mehr Schwung.

Wie sind Sie auf die Idee zum Kita-Projekt „Kanufahren auf der Lahn“ gekommen?

Entstanden ist die Idee beim Väterstammtisch im Winter 2012. Den Väterstammtisch gibt es seit Anfang 2012.
Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich die Väter in der Klosterschänke, in Bad Homburg (passenderweise in der „Herrngasse“). Ein Erzieher ist immer mit dabei. Da ist schon so manche Idee entstanden, z. B. zu samstäglichen Vater-Kind-Wanderungen im Taunus. Insgesamt sind die Väter bei uns sehr aktiv. Viele Väter kennen sich von Aktionen wie z. B. dem Bau eines Fahrradständers oder vom ersten Projekt mit MiKitas, der Holzwerkstatt mit Kindern und Vätern. Bei Elterngesprächen nehmen meistens beide, Mutter und Vater, die Termine wahr.

Was ist das Besondere an einer Vater-Kind-Aktion? Was machen Väter anders als Mütter?

Wenn die Mütter dabei wären, wären sie sicher besorgter als die Väter. Hat das Kind etwa nasse Füße bekommen? Mit den Vätern läuft alles ganz entspannt. Sie überlassen Entscheidungen oft den Kindern. Willst Du lieber eine neue Hose oder geht‘s so? Natürlich sorgen sie sich um die Kinder, aber es gibt keine „Überversorgung“.

Ein besonderes Erlebnis

Es gab viele schöne Erlebnisse bei der Kanutour. Sehr schön war der Abend am Lagerfeuer mit Vätern und Kindern. Ein Vater hatte die Gitarre dabei und wir sangen einige Lieder. Da war es für mich persönlich eine interessante Erfahrung, mit meiner Tonlage mal nicht aufzufallen, wie es sonst unter lauter Frauen so ist…

Was hat Mikitas Ihnen gebracht?

Sich mit dem Thema „Männer in Kitas“ intensiv auseinanderzusetzen, das war wirklich gut. Bei den Netzwerktreffen konnte man sich mit Kollegen und Kolleginen austauschen und bekam viel theoretischen Background. Das Treffen in Bad Homburg mit Melitta Walter als Referentin fand ich besonders spannend. Die Arbeit mit Vätern bekam Aufschwung durch MiKitas. Das Projekt „Holzwerkstatt“ und besonders das Kanu-Wochenende wurden von MiKitas großzügig unterstützt.

Zukunftswunsch

Mein Wunsch ist, dass die Arbeit mit Vätern bei uns so gut weiter läuft wie bisher. Bisher haben wir eher männertypische Projekte mit Vätern durchgeführt. In Zukunft haben wir vor, auch mal ein untypisches Angebot zu machen (z. B. Kochen oder Backen mit Vätern). Außerdem wünsche ich mir, dass neue Entwicklungen in der Ausbildung wie die duale Teilzeitausbildung oder der Verbundstudiengang „Bildung und Erziehung“ weiter verfolgt werden und dass sich mehr junge Männer für den Beruf Erzieher entscheiden. Leistungsgerechte Bezahlung und mehr Aufstiegsmöglichkeiten würden ebenfalls mehr Männer in die Kitas bringen.



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