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Vater-Kind-Aktion: Hochbeetbauen/Bauwagen im Waldwohnzimmer

DSC 0003 200x200Kleine Kita – ganz groß! Die Evangelische Kindertagesstätte Laisa „Stümpfe-Schlümpfe“ ist eine kleine Kita mit großem Engagement. Das Team arbeitete bei MiKitas mit und stellte im Projektzeitraum zwei Vater-Kind-Projekte auf die Beine. Christian Urbanik und Monika Bender sprachen mit der Leiterin Beate Beer.

 

 

 

DSC 0022 200x200Interview mit Beate Beer

Frau Beer, was war Ihre Motivation, bei „Mehr Männer in Kitas“ mitzumachen?

Wir haben uns zum Projekt angemeldet, weil wir im Team gemerkt haben, dass Männer in der Einrichtung fehlen. Unser Ziel war, sich im Team und bei Elternabenden mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Arbeit mit Vätern in unserer Einrichtung auszubauen und zu intensivieren.

Wie sind Sie auf die Idee zu den Kita-Projekten „Hochbeetbauen“ und „Bauwagen im Waldwohnzimmer“ gekommen?

Das Projekt Hochbeetbauen ist das erste in einer Projektreihe, an der sich Männer intensiv beteiligen sollen. Beim Bau selbst ist handwerkliches Können gefordert, eine besondere Herausforderung für unsere Väter. Danach möchten wir erreichen, dass sich engagierte Väter zusammen mit den Kindern um das Hochbeet kümmern. Männer sollen eine konkrete Aufgabe in unserer Einrichtung haben und sich langfristig beteiligen. Das zweite Projekt war der „Bauwagen für‘s Waldwohnzimmer“. Kita-Eltern hatten einen alten Bauwagen gekauft, den die Kinder zusammen mit den Vätern im Winter 2012 renoviert haben. Seit dem Frühjahr 2013 dient der Bauwagen an unseren Waldtagen als Unterschlupf, wenn es einmal regnet. Im Zusammenhang mit dem Bauwagen im Waldwohnzimmer sind noch weitere Väteraktionen in Planung..

Wie ist der Bau des Hochbeetes abgelaufen?

Thomas Hasenauer, ein Kindergartenpapa, hat sich im Projekt „Hochbeetbauen“ besonders engagiert. Er hat das Holz, Maschendraht, Unkrautflies und Pflanzerde für unser Hochbeet besorgt. Anfang Oktober 2011 begann dann der Bau. An drei Projekttagen haben alle zusammen am Hochbeet gearbeitet. Hölzer wurden ineinander gesteckt und verschraubt. Das Unkrautflies und der Maschendraht zum Schutz gegen Mäuse mussten zurechtgeschnitten und im Beet befestigt werden. Am dritten Projekttag haben wir mit den Kindern unter Anleitung von Thomas Hasenauer Äste gesammelt und in das Hochbeet getragen, bis es mit einer 40 cm hohen Astschicht gefüllt war. Danach wurde die zuvor mit der Schaufel entfernten Grasnarbe auf die Äste gelegt. Als nächste Schicht brauchten wir Blätter. Einige Rentner aus dem Ort hatten Blätter gerecht und uns einige Säcke vorbeigebracht. Die Kinder haben alles im Beet verteilt. Zum Schluss kamen noch sechs Säcke gute Erde in das Beet. Im Frühjahr 2012 haben wir das Beet mit Gemüse und Kräutern bepfl anzt. Es wird von den Kindern liebevoll gepflegt und die Ernte bereichert unseren Speiseplan.

Neben Thomas Hasenauer haben sich bei unseren beiden Vater-Kind-Projekten auch Andreas Bremerich, Volker Noll und Gunther Becker sehr engagiert.

Wie gelingt es Ihnen, ehrenamtliche Männer zu gewinnen?

Wir sind sehr gut in der Gemeinde vernetzt. Oft sind wir mit den Kindern im Ort unterwegs, z. B. besuchen wir einen Bauernhof, wo es selbstgemachtes Eis gibt. Oder wir sind zu Gast in der örtlichen Schmiede oder der Schreinerei. Wir gehen zu alten Menschen, die alleine leben, und singen Lieder. Wenn eine Familie neu im Ort ist, kommen wir mit den Kindern vorbei und stellen uns vor. Die Kommunikation mit den Vätern läuft gut. Wir sprechen sie an mit Elternbriefen oder Mails. Eine Besonderheit ist in unserer Gemeinde die Ortsrufanlage, da kann man Termine bekannt geben und zu Aktionen aufrufen...

Ein besonderes Erlebnis

Als Thomas Hasenauer beim Hochbeetbau die obere Grasnarbe mit der Schaufel entfernt hatte, entdeckten die Kinder darunter Regenwürmer und Spinnen. Da waren die Kinder ganz traurig, dass die Regenwürmer jetzt kein Zuhause mehr hatten. Sie bestanden darauf, dass neben dem Hochbeet ein Regenwurmhaus gebaut wurde. Thomas Hasenauer erklärte den Kindern, wie wichtig Regenwürmer für das Beet sind und dass sie gut auf sie aufpassen müssen.

Wie läuft die Arbeit mit Vätern bei Ihnen?

Eigentlich sehr gut! Für einzelne Aktionen sind die Väter fast immer zu haben. Ganz allgemein gibt es eine tolle Entwicklung. Immer öfter gibt es Väter, die Elternzeit nehmen und sich auch über so was wie Windelwechseln unterhalten. Das wäre noch vor einiger Zeit kaum vorstellbar gewesen. Ein Trend, den man unbedingt unterstützen muss. Auch im Zusammenhang mit MiKitas haben wir einen Väterabend eingerichtet. Da werden die Vater-Kind-Projekte geplant. Außerdem habe ich den Vätern die Ergebnisse vom Gender-Training in Gießen vorgestellt. Wir diskutieren ganz off en über die Einstellungen zum Thema Gender. Das ist oft sehr spannend. Die meisten halten sich für tolerant, aber bei genauerem Nachfragen werden Grenzen der Toleranz schnell deutlich. Wie wäre es für Sie, wenn Sie mich mit den Kindern beim REWE treff en und Ihr Junge hat ein rosa Kleid an?

Was hat Mikitas Ihnen gebracht?

Durch MiKitas wurde das Thema neu angestoßen. Die Arbeit mit Vätern hat neue Impulse bekommen. Die Väter sind sehr interessiert. Sie fragen, wie es läuft und wie es z. B. beim letzten Netzwerktreff en war…

Zukunftswunsch

Wir sind eine kleine Kita und kämpfen aus finanziellen Gründen ständig ums Überleben. Wenn die Kinderzahl zurückgeht, ist unsere Existenz gefährdet. Wir wünschen uns, dass wir unsere Arbeit noch lange weiterführen können und dass immer mehr Männer mit dabei sein werden.

 

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