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Vater-Kind-Aktion Dinner for Mom

Dinner-for-Mom-2012-(8)Eine mit 140 Kindern richtig große Kita ist die Evangelische Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in Biedenkopf-Wallau, Dekanat Biedenkopf. Sie war als Verbund-Kita im Projekt MiKitas dabei. Christian Urbanik und Monika Bender waren am 19. Juni 2013 zu Besuch. Sie sprachen mit der Kita-Leiterin Monika Hainbach-Roßbach und mit einigen Eltern, die bei der Vater-Kind-Aktion „Dinner for Mom“ am 04. Mai 2012 dabei gewesen waren.

 

 

 

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Interview mit Monika Hainbach-Roßbach

Frau Hainbach-Roßbach, was war Ihre Motivation, bei „Mehr Männer in Kitas“ mitzumachen?

Die Themen „Männer in Kitas“ und „Gender“ interessieren unser Team sehr und wir wollten uns inhaltlich intensiver damit auseinandersetzen. Wir haben ein offenes Ohr für die Bedürfnisse von Männern im Erzieherberuf und stellen uns die Frage, ob und wie wir unsere Einrichtung männerfreundlicher gestalten können.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Männern in Kitas?

Wir haben keinen Mann im Team. Gerne würden wir einen einstellen, aber bis jetzt gab es noch keine entsprechende Bewerbung. Mit männlichen Praktikanten haben wir gute Erfahrungen gemacht. In unserer Gemeinde müssen die Konfirmand/-innen ein Sozialpraktikum in einer kirchlichen Einrichtung machen. Da kommen häufig Jungs zu uns in die Kita. Für die Kinder ist es erfrischend. Besonders das Fußballspielen ist dann ein Thema. (Leider haben wir im Team keine leidenschaftliche Fußballerin, die entsprechende Kinderwünsche vollständig bedienen könnte).

Wie ist bei Ihnen die Arbeit mit Vätern aufgestellt?

Aktive Väterarbeit ist bei uns verankert, sie kann aber natürlich noch weiter entwickelt werden. Einige Väter sind im Elternbeirat. Bei Elternabenden sind 30 % Männer mit dabei. Die Väter haben eine hohe Bereitschaft mitzumachen, wenn es passende Angebote, wie z. B. den Tipi-Bau oder die Werkstatt in der Waldgruppe gibt. Sie wollen mit ins Boot!

Wie sind Sie auf die Idee zum Kita-Projekt „Dinner for Mom“ gekommen?

Unser Team macht immer mit dem Elternbeirat eine Aktion zu Muttertag. Vor dem Hintergrund von „Mehr Männern in Kitas“ bot sich eine Aktion an, bei der die Väter aktiv werden können. Und zwar mit einer eher männeruntypischen Tätigkeit. Die Idee , dass Väter und Kinder gemeinsam ein festliches Menü für die Mütter zubereiten, wurde begeistert aufgenommen. Der Titel „Dinner for Mom“ stammt von einer Mutter aus dem Elternbeirat.

Wie ist es abgelaufen?

Mit einem Brief haben wir die Eltern informiert und um Anmeldung gebeten. Die Teilnehmerzahl war auf zwölf Paare und ihre Kinder begrenzt. Begleitet wurde die Aktion von kochgeübten Erzieherinnen, von der Köchin und von Mitgliedern des Elternbeirates. Für kochunlustige Kinder wurde eine zusätzliche Kinderbetreuung angeboten. Schnell war die Anmeldeliste voll. Um 17:00 Uhr begann das Kochen, für 19:00 Uhr waren die Mütter eingeladen. Väter und Kinder kochten in fünf Gruppen, wobei in jeder Gruppe eine kochgeübte Helferin mit dabei war. Allen hat es viel Freude gemacht! Kleine Pannen wie beim Teig der „Quiche Lorraine“ konnten behoben werden, sie wirkten auflockernd und sorgten für Gesprächsstoff. Die Mütter haben das Verwöhn-Menü genossen und waren stolz auf ihre Kinder und Männer. In der Zeit danach haben die Kinder noch lange davon geredet, besonders die Jungs!

Zukunftswunsch

Gerne hätten wir einen Koch-Club als regelmäßiges Angebot (viermal jährlich) installiert. Das kam aber bei den Vätern nicht so gut an. Da schwingt wohl die Angst vor zuviel Verbindlichkeit mit. Einzelne Aktionen werden besser angenommen.

Was hat  Ihnen Mikitas gebracht?

Ein Highlight waren die hochwertigen Fortbildungen. Das hat uns viel theoretischen Background für die Themen „männerfreundliche Kita“ und „gendersensible Erziehung“ gegeben. Gefreut haben wir uns auch, bei Fortbildungen und Netzwerktreffen mal in richtig schönen Tagungshäusern zu sein. Sehr begeistert bin ich vom Werkstattkoffer und der Handreichung „Igitt – wie schön“. Das ist ein interessantes Thema für unser Team. Eine gemeinsame Haltung zur Sexualpädagogik zu finden, ist in einem Team mit 22 pädagogischen Fachkräften aus zwei Generationen nicht einfach. Die Haltung zur Sexualpädagogik muss im Team entwickelt, in der Konzeption verankert und nach außen einer sehr gemischten Elternschaft gegenüber dargestellt werden können.

Wie war die Aktion für Väter, Mütter und Kinder?

Ein Vater und drei Mütter, die bei „Dinner for Mom“ dabei waren, berichteten MiKitas von ihren Eindrücken. Für die Mütter war es ein besonderes Erlebnis. Sie freuten sich über die festliche Tafel, die tolle Tischdeko und das leckere Essen. Alle finden, dass es eine tolle Überraschung und ein gelungener Abend mit einer schönen Atmosphäre war.

Im Vorfeld waren die Kinder aufgeregt. Sie animierten die Eltern, sich unbedingt anzumelden. Beim Kochen waren sie ganz bei der Sache und die zusätzliche Kinderbetreuung wurde kaum genutzt. Es war etwas Besonderes außerhalb der Kita-Zeiten in der Einrichtung zu sein und den Papa dabei zu haben. Danach waren die Kinder stolz, dass sie so eine schöne Überraschung für ihre Mütter gemacht hatten. Sie freuten sich über die Wertschätzung, die sie für das gelungene Fünf-Gänge-Menü bekamen. Danach wirkte das Erlebnis noch lange fort. Die Kinder wollten es zuhause nochmal nachkochen. Eine Mutter erzählte, dass ihr Junge seit dem Koch-Event in der Kita auch zuhause deutlich mehr Interesse zeigt, beim Kochen zu helfen.

Für die Männer, die bei so einer Aktion dabei waren, ist es jetzt anders, in die Kita zu kommen. Sie fühlen sich mehr dazugehörig und man hat ein Gesprächsthema. Man hat sich kennengelernt. Es kamen auch Menschen zusammen, die sonst keinen Kontakt miteinander haben.

Fernsehköche sind meist Männer, zuhause sieht es oft anders aus. Für die Kinder erweitert sich das Rollenspektrum, wenn sie sehen, dass auch die Männer fürs Kochen zuständig sein können. Eine neue Idee für die nächste Cross-Gender-Aktion gibt es auch schon: Eine Aktion am Vatertag: Mütter grillen, Väter machen den Partysalat!

 

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