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Vater-Kind-Aktion: Der Natur auf der Spur. Unser Garten soll schöner werden

DSCF8638 150x150Der Evangelische Kindergarten Münster aus dem Dekanat Vorderer Odenwald beteiligte sich sehr aktiv am Projekt „MiKitas“. Im Herbst 2012 wurde in der Einrichtung die Vater-Kind-Aktion „Der Natur auf der Spur. Unser Garten soll schöner werden“ durchgeführt. Außerdem war die Kita-Leiterin Gabriele Kündiger als Werbe-Erzieherin aktiv. Auf zahlreichen Veranstaltungen hat sie jungen Menschen von ihren Erfahrungen berichtet und für den Beruf Erzieher/-in geworben. Zum Projektende führte Monika Bender von der Projektstelle MiKitas das folgende Interview mit Frau Kündiger.

 

 

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Interview mit Gabriele Kündiger (Kita-Leitung)

Was war Ihre Motivation, bei MiKitas mitzumachen?

Auf MiKitas bin ich durch die Fachberatung aufmerksam geworden. Ich hab mich schon immer gefreut, wenn sich auch Männer für den Erzieherberuf interessiert haben. Da für mich zur Erziehung weibliche und männliche Anteile gehören. Dann hat mich noch ein Leitungskollege angesprochen, dass wir doch ein Tandem als Werbe-Erziehende bilden könnten und somit war ich schon mitten drin in „MiKitas“.

Wie sind Sie auf die Idee zu der Vater-Kind-Aktion „Der Natur auf der Spur“ gekommen?

Bei den Verbundtreffen haben wir uns darüber ausgetauscht, welche Möglichkeiten es gibt, Väter für die Arbeit in der Einrichtung zu interessieren. Da kam mir die Idee, zunächst ein einmaliges Angebot durchzuführen, das evtl. später noch erweitert werden könnte. Natürlich mussten auch die Finanzierungsmöglichkeiten bedacht werden. Da wir gerne und oft draußen im Freien mit den Kindern sind, regelmäßig Waldtage durchführen und die Natur beobachten, war schnell die Idee geboren, die Tiere bei uns im Außengelände zu beobachten. Wir stellten fest, dass wir zum Beobachten auch Möglichkeiten anbieten müssen, damit die Tiere zu uns kommen. Für die Durchführung durfte es keine großen Vorbereitungen geben, es musste etwas ganz Einfaches und Effektives sein. Also war die Idee geboren: Wir brauchen Häuser für die Tiere, denn dort, wo die Tiere wohnen, können wir sie dann auch beobachten.

Wie ist es abgelaufen?

Ich hatte die Väter direkt durch einen Brief angesprochen, nach dem ich mit einigen Kindern und Erzieherinnen bei uns im Haus gesprochen hatte. Mit dem Brief war auch gleich die Aufforderung an die Väter gerichtet, bei Interesse an dieser Aktion zurück zu melden ob Sie lieber Freitagnachmittag oder Samstagvormittag Zeit haben. Das Projekt wurde im Herbst 2012 entwickelt und die Durchführung fand dann an einem Freitagnachmittag und einem Samstagvormittag statt. Ca. drei Wochen später wurden dann die gebastelten Vogelhäuser und Insektenhotels durch einen Großvater im Außengelände der Einrichtung mit den Kindern aufgehängt.

Wie ist es Ihnen gelungen, die Väter dafür zu gewinnen?

Die Väter bei uns sind generell sehr an der Arbeit der Einrichtung interessiert. Auch bei Elternabenden ist die Teilnahme von beiden Elternteilen schon sehr hoch. Da viele Väter gerne etwas mit ihrem Kind unternehmen und die Kinder gerne in der Einrichtung sind, war es einfach die Väter in die Kita einzuladen, konnten doch die Kinder auch den Vätern dann einmal ihre Gruppe zeigen und die Mütter hatten einmal zwei Stunden „frei“.

Wie ist allgemein die Arbeit mit Vätern in Ihrer Kita?

In den letzten Jahren stelle ich fest, dass sich immer mehr Väter auch schon für die Arbeit in der Kita interessieren. Bei Elterngesprächen sind fast immer beide Elternteile dabei (hier achten wir auch auf Zeiten, sodass auch berufstätige [Vater und/oder Mutter] teilnehmen können). Es ist schwierig, die Väter in die Einrichtung zu bekommen, aber wenn das Interesse schon mal da ist sollte man die Möglichkeiten nutzen und einen guten Kontakt herstellen. So werden bei uns viele Kinder morgens von Vätern in die Kita gebracht oder auch am späten Nachmittag abgeholt. Es werden Möglichkeiten gesucht und auch gefunden, wo beide Elternteile an Aktionen in den einzelnen Gruppen angesprochen werden und teilnehmen können.

Wie war die Vater-Kind-Aktion für die Kinder?

Den Kindern hat es sehr gut gefallen. Sie sagten hinterher, dass es schön war, dass der Papa oder auch Opa einmal im Kindergarten war und es kein normaler Kindergartentag war. Dass der Kindergarten nur für uns offen war. Dass der Papa nur für mich Zeit hatte. Dass mein großer Bruder auch dabei war. Dass ich meinem Papa mein Gruppenzimmer und die Spielsachen im Kindergarten zeigen konnte. So die Kommentare der Kinder.

Wie reagieren die Kinder auf Männer in der Kita? Gibt es einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen?

Männer sind noch immer etwas Besonderes in unserer Einrichtung. Wir haben allerdings regelmäßig unseren Pfarrer zu Besuch, seit ca. einem halben Jahr einen Rentner der ehrenamtlich zu uns kommt und den Kindern vorliest oder uns in den Wald begleitet, uns beim Sport (Bewegung, Tanz, Schwimmen) unterstützt. Wir hatten auch schon männliche FSJler und haben jetzt wieder einen angehenden Sozialassistenten, der sein Praktikum bei uns macht. Die Jungs freuen sich, gerade bei Praktikanten ihre Stärken zu zeigen und werden dann im Spiel auch schon mal etwas wilder. Bei den älteren Menschen bleibt dieses Verhalten eher im Hintergrund, hier ist es wichtig, dass man sich zuhört und für die einzelnen Personen Zeit genommen wird. Hier ist eher das Gefühl wichtig, dass ICH wichtig bin.

Ein besonderes Erlebnis (bei der Vater-Kind-Aktion)…

Hier muss ich kurz nachdenken. Wenn ich überlege, fällt mir Folgendes ein: Ich habe bemerkt, dass viele Väter am Anfang der Bastelaktion erst mal sehr aktiv waren und bestimmen wollten, wo es lang geht. Jedoch im Laufe der Zeit haben sich die Väter mehr zurückgezogen und haben den Kindern die Entscheidung überlassen, z. B. „Wie soll das Haus aussehen?“, „Welche Farben sollen benutzt werden?“ Man hat auch Kompromisse geschlossen: Eine Seite darfst Du entscheiden, die andere Seite ich.

Was hat Ihnen das Projekt MiKitas insgesamt gesehen gebracht?

Das Projekt hat meine Sichtweise bezogen auf das Thema „Gender“ neu geordnet. Es hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass wir alle – ob Mann oder Frau – männliche wie weibliche Anteile in uns haben. Diese Anteile sind wichtig für unser Sozialverhalten und für die Erziehung der Kinder. MiKitas hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, auch Männer für den Beruf Erzieher/-in zu interessieren. Es ist gut, dass dieses Projekt gestartet wurde und ich hoffe, dass die Ergebnisse aus dem Projekt dazu beitragen, dass die Wichtigkeit des Themas nicht aus dem Blick gerät.

Was hat Ihnen besonders gefallen?

In Kontakt mit anderen zu kommen und sich über die Problematik in den einzelnen Einrichtungen auszutauschen. Die Möglichkeit auch einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen und von außen auf die Einrichtung mit einem erweiterten Blickwinkel zu sehen. Auch festzustellen, was wir schon alles in der Einrichtung leisten, was für uns schon so ganz normal ist (z. B. Waldtage, Schwimmen, Turnen, etc.)

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Männer für den Beruf des Erziehers interessieren und dass die Männer, die sich entscheiden in einer Kita zu arbeiten, auch länger in den Einrichtungen bleiben.

 

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