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Studientagung „Kinder – Kitas – Körperwissen“

teaser kkk 2aSexualität in der Kita – ein Thema, das auf den Nägeln brennt…

Ca. 100 Gäste nahmen am 27.06.2013 an der letzten größeren Veranstaltung von MiKitas im Maritim Rhein-Main-Hotel in Darmstadt teil. Die Tagesveranstaltung war schon Wochen vorher ausgebucht. Dies und auch die große Resonanz in der Presse zeigen, wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt.

 

Körperlichkeit und Sexualität: das sind Themen, um die man auch in Kindertagesstätten nicht herumkommt. Oftmals gibt es Unsicherheiten, wie man richtig und professionell damit umgeht. Pädagogisches Fachpersonal hier zu unterstützen, war Anspruch der Studientagung.

 

Grußwort Dr. Petra Knötzele

knoetzeleDas Thema „Sexualität in Kitas“ sei mit Ängsten behaftet und werde meist negativ, im Sinne der Schadensvermeidung diskutiert, sagte Oberkirchenrätin Dr. Petra Knötzele in ihrem Grußwort zu der Studientagung „Kinder – Kitas – Körperwissen“. Ein Schutzkonzept dürfe aber nicht nur defizitorientiert sein. Sie freue sich, dass die Tagung das Thema konstruktiv angehe und es so aus der Schmuddelecke heraushole. Es sei wichtig, sich öffentlich dazu zu verhalten, denn so nehme man Tätern den Schweigeraum aus Angst und Scham, ergänzte Dr. Knötzele. Kinder würden durch professionelle sexuelle Bildung gestärkt. Sie lernten, Grenzverletzungen zu erkennen und gegenüber Erwachsenen zu benennen. In diesem Sinne wirke Sexualpädagogik präventiv zum Schutz der Kinder vor Missbrauch. Klare Regeln zum Umgang mit sexuellen Themen und zum Umgang mit Verdachtsmomenten ohne Vorverurteilung bewahre zudem Erzieher vor dem Generalverdacht.

 

Mädchen und Jungen eignen sich über den Körper die Welt an

kaegiKörperlichkeit und Sexualität würden - besonders im Zusammenhang mit Kindern - oft in die Schubladen von Gefahr und Risiko gelegt, sagte Dr. Sylvia Kägi, Professorin für Pädagogik der Kindheit an der FH Kiel, in ihrem Vortrag „Igitt wie schön! Lustvoll Genderräume entdecken“. Lebenswelten seien aber nicht zu gestalten ohne Körperlichkeit. Mädchen und Jungen eigneten sich über den Körper die Welt an. Geschlechtlichkeit müsse positiv gedacht werden.

 

Nachholbedarf in Sachen Sexualpädagogik

Dr. Kägi stellte in ihrer Präsentation die Ergebnisse einer Untersuchung zum „Umgang mit sexuellen Themen in Kindertagesstätten vor“, die sie 2010 durchgeführt hatte. Es wurde deutlich, dass in den befragten Kitas erheblicher Nachholbedarf in Sachen Sexualpädagogik besteht. So gaben z. B. 85 % der Fachkräfte gab an, dass es in Ihrer Einrichtung keine klaren Regeln zum Umgang mit sexuell gefärbten Handlungen gebe. Es sei eine Herausforderung für Kitas, (psycho-)sexuelle Themen von Mädchen und Jungen in den verschiedenen Entwicklungsphasen zu erkennen und zu begleiten und damit die geschlechtliche Identitätsentwicklung der Kinder zu unterstützen. Hierzu benötigten Kitas klare Konzepte. Kägi stellte in ihrer Präsentation zehn Aspekte zur Entwicklung eines sexualpädagogischen Konzeptes vor.

Igitt wie schön


Sinnvolle Grundregeln

Auf Rückfragen nach dem Vortrag nannte Dr. Kägi einige Grundregeln für die Praxis:

  • Eltern mitnehmen in die Prozesse
  • Körperlichkeit nichts Heimliches geben
  • Kinder bei ihren Themen packen, dann werden sie begeistert dabei sein
  • Grenzen beim Doktorspiel:
    • Altershomogene Gruppen
    • Keine Gegenstände in Körperöffnungen stecken
    • Rückzugsmöglichkeiten

Vielfältige Männlichkeiten

buschmeyerDr. Anna Buschmeyer referierte in ihrem Vortrag über die Vielfalt von Männlichkeit im Erzieherberuf und deren Auswirkungen auf den Umgang mit körpernahem Handeln in der Kita. Sie bezog sich dabei auf die sozialwissenschaftliche Studie „Zwischen Vorbild und Verdacht: Männer in Erzieherberuf“, die sie 2012 durchführte. siehe Präsentation


Der Vortrag endete mit einigen Anregungen für die Praxis:

          • Erzieher und Erzieherinnen sollten sich mit dem eigenen Geschlecht und entsprechenden Erwartungen auseinandersetzen und entscheiden, wie sie auf unterschiedliche Anforderungen und Zuschreibungen reagieren wollen.
          • In Kita-Teams sollte eine Auseinandersetzung und Reflexion über geschlechtsspezifische Arbeitsteilung stattfinden, dabei ist es sinnvoll, auch die Eltern einzubinden!
          • Träger und Einrichtungen sollten sich über Folgendes klar werden: Was verstehen wir unter Geschlechtergerechtigkeit und genügt es dafür, einen Mann in der Kita zu haben?

„Mehr Männer in Kitas“  müsste auch heißen: Mehr Männlichkeiten! Und dafür ist mehr als ein Mann pro Kita notwendig!

 

 

Argumente für eine sexualfreundliche Erziehung in Kitas

timmermannsDr. Stefan Timmermanns nannte in seinem Vortrag sechs Argumente für eine sexualfreundliche Erziehung:

          1. Sexualerziehung nicht den Medien überlassen
          2. Erzieherinnen können „neutraler“ über Sexualität sprechen als Eltern
          3. Erfahrungen mit Körper, Sinnen und Grenzen sind in der Gruppe einfacher als in der Familie
          4. Erzieherinnen können auf Ängste und Nöte der Kinder reagieren; Stärkung der Persönlichkeit
          5. Entdecken der eigenen Grenzen als Grundlage für den Respekt anderen gegenüber
          6. Sexualerziehung wirkt präventiv: sexuelle Gewalt

siehe Präsentation

Im Rahmen eines Praxisbeispiels machte Dr. Timmermanns einen Formulierungsvorschlag für eine sexualpädagogische Konzeption als Diskussionsgrundlage für die eigene Konzeptentwicklung in den Kitas. Den Vorschlag finden Sie hier.

 

 

Workshops

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden der Studientagung in vier verschiedenen moderierten Workshops an der Thematik. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Workshops finden Sie hier:

 

Workshops Ergebnisse
Leitung
Igitt wie schön – Lustvoll Genderräume entdecken PDF Prof. Dr. Sylvia Kägi
Nachdenken über den Umgang mit Verdachtsmomenten PDF Dr. Anna Buschmeyer
In welchen Situationen sprechen Kinder sexualpädagogische Themen an? Wie kann eine Einrichtung damit umgehen? PDF Dr. Stefan Timmermanns
Das Thema kindliche Sexualität in der Elternarbeit – Vom sicheren Sitz im Sattel und kompetentem Hürdenspringen“ PDF Kathrin Skoupil

 

 

Bildergalerie

Hilfreiche Links:

http://www.bzga.de/infomaterialien/sexualaufklaerung/liebevoll-begleiten/

http://www.klicksafe.de/

http://www.donnavita.de/

http://www.isp-dortmund.de/



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